Fotos und Videos in der Mietwohnung: Mieterrechte

Privatsphäre & Zutrittsrechte des Vermieters 3 Min. Lesezeit · veröffentlicht 09. März 2026

Als Mieter in Deutschland haben Sie Fragen zu Privatsphäre und Zutrittsrechten, wenn der Vermieter Fotos oder Videos in Ihrer Wohnung anfertigen möchte. Dieser Leitfaden zeigt, wann Aufnahmen eine Einwilligung oder eine Rechtsgrundlage benötigen, wie Sie Bedingungen festlegen und wie Sie einer Aufnahme widersprechen können. Sie finden außerdem Hinweise zur Dokumentation, Beweissicherung, Löschung und zu Musterschreiben für eine klare schriftliche Kommunikation.

Wann sind Foto- und Videoaufnahmen erlaubt?

Grundsätzlich darf der Vermieter nicht einfach ohne Ihre Zustimmung in der Wohnung fotografieren oder filmen. Aufnahmen im privaten Wohnraum berühren Ihre Privatsphäre. Dafür ist eine Rechtsgrundlage oder Ihre Einwilligung erforderlich. Bei einem begründeten Interesse, etwa zur Dokumentation eines Mangels vor einer Reparatur, sollten Sie Zweck, Umfang und Verwendung der Aufnahmen vorher einvernehmlich regeln.

Eine Zustimmung muss nicht stillschweigend erfolgen. Sie können nach dem Anlass fragen, Bedingungen verlangen oder die Aufnahme ablehnen. Eine schriftliche Einwilligung ist sicherer, weil darin Zweck, Inhalt und Dauer der Verwendung festgehalten werden können.

Dokumentieren Sie sofort Datum und Anlass jeder Aufnahme.

Typische Fehler von Mietern und wie Sie sie vermeiden

  • Unaufgeforderte Aufnahmen zulassen (privacy): Sagen Sie klar „nein“ oder verlangen Sie konkrete Bedingungen, statt stillschweigend zuzustimmen.
  • Nicht schriftlich zustimmen oder widersprechen (form): Fordern Sie eine schriftliche Einwilligung an oder senden Sie einen schriftlichen Widerspruch.
  • Aufnahmen und Vorgänge nicht als Beweismittel sichern (video): Bewahren Sie Kopien und Notizen zu Zeitpunkt, Ablauf und Zeugen auf.
  • Fristen übersehen (deadline): Antworten Sie innerhalb gesetzter Fristen, etwa bei Abmahnungen oder Aufforderungen.
  • Fotos statt Mängelbeseitigung akzeptieren (repair): Bestehen Sie auf eine technische Prüfung und schriftliche Protokolle statt nur auf Bildern.
Belege können Ihre Position in Verhandlungen oder vor Gericht unterstützen.

Was tun, wenn der Vermieter ohne Zustimmung filmt?

Gehen Sie schrittweise vor. Widersprechen Sie zunächst freundlich, aber eindeutig, und fordern Sie die Unterlassung. Dokumentieren Sie anschließend den Vorfall. Wenn nötig, erklären Sie Ihren Widerspruch formell per Einschreiben. Antworten Sie auf jede Aufforderung des Vermieters schriftlich und fristgerecht. Im Zweifelsfall kann rechtliche Beratung sinnvoll sein.

Bewahren Sie Ihren Widerspruch, Versandnachweise und alle weiteren Unterlagen auf.

Konkrete Schritte

  1. Beweise sichern (evidence): Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Anlass, Namen von Zeugen und eine kurze Beschreibung des Vorfalls. Bewahren Sie vorhandene Dateien und Kopien auf.
  2. Schriftlich widersprechen (form): Senden Sie Ihren Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein oder per E-Mail mit Lesebestätigung.
  3. Bedingungen fordern (privacy): Wenn Sie eine Aufnahme grundsätzlich zulassen, begrenzen Sie sie auf einen bestimmten Zweck und verlangen Sie eine Löschfrist.
  4. Gerichtliche Schritte prüfen (court): Wenn eine unrechtmäßige Überwachung weitergeht, ist das Amtsgericht zuständig.[2]

Musterschreiben & offizielle Formulare

Die folgenden Textbausteine können Sie direkt verwenden oder anpassen. Formulieren Sie den Anlass, die beanstandete Aufnahme und Ihre Forderung möglichst konkret. Offizielle gerichtliche Formulare erhalten Sie beim zuständigen Amtsgericht oder über das Bundesjustizportal. Für rechtliche Schritte gelten die Regelungen der ZPO und die maßgeblichen Normen des BGB.[1][2]

Muster: Widerspruch gegen Foto-/Videoaufnahmen

Inhalt: Datum, Anlass und Beschreibung der Aufnahme, eine klare Aufforderung zur Unterlassung sowie eine Frist, zum Beispiel 14 Tage. Sie können weitere rechtliche Schritte ankündigen. Senden Sie das Schreiben per Einschreiben und bewahren Sie den Versandnachweis auf.

Muster: Aufforderung zur Löschung von Aufnahmen

Inhalt: Beziehen Sie sich konkret auf die Aufnahme, fordern Sie die Löschung bis zu einem bestimmten Datum und bitten Sie um eine schriftliche Bestätigung der Löschung.

Ein formeller, schriftlicher Widerspruch kann die Beweiskraft gegenüber Dritten erhöhen.

FAQ

Wann darf der Vermieter ohne Erlaubnis die Wohnung betreten und fotografieren?
Der Vermieter darf die Wohnung nur in Ausnahmen betreten, zum Beispiel bei akuter Gefahr, im Notfall oder mit Ankündigung für notwendige Reparaturen. Fotografieren ohne Einwilligung ist grundsätzlich nicht zulässig.
Reicht eine mündliche Zustimmung des Mieters?
Eher nicht. Eine schriftliche Einwilligung ist deutlich sicherer, weil sie Inhalt, Zweck und Dauer der Verwendung regeln kann.
Kann ich Löschung verlangen, wenn Bilder gemacht wurden?
Ja, Sie können Löschung verlangen, besonders wenn die Aufnahmen Ihre Privatsphäre verletzen oder kein berechtigtes Interesse vorliegt. Bitten Sie um eine schriftliche Bestätigung.

Anleitung

  1. Sammeln Sie Beweise (evidence): Notieren Sie Datum, Uhrzeit und den Ablauf und bewahren Sie beschreibende Notizen sowie Kopien von Dateien auf.
  2. Formulieren Sie ein Musterschreiben (form): Erklären Sie Ihren Widerspruch, setzen Sie eine Frist und wählen Sie einen Versand mit Nachweis.
  3. Suchen Sie Beratung (help): Kontaktieren Sie bei Bedarf lokale Rechtsberatungsstellen oder Mietervereine.
  4. Letzter Schritt: Klage oder einstweilige Verfügung prüfen (court): Wenn nötig, können Sie beim Amtsgericht Klage einreichen.[2]

Hilfe und Unterstützung


  1. [1] Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) - gesetze-im-internet.de
  2. [2] Zivilprozessordnung (ZPO) - gesetze-im-internet.de
  3. [3] Bundesgerichtshof (BGH) - bundesgerichtshof.de